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23.04.2012 Thüringen: LJV für Bockabschüsse auf der Drückjagd
Die Mehrheit der 183 geladenen Delegierten des Thüringer Landesjägertages, der am 21. April in Erfurt stattfand, sprach sich für die Erfurter Erklärung aus.
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 | Steffen Liebig, Präsident des Landesjagdverbandes Thüringen, bei seiner Rede, in der er für die Erfurter Erklärung warb. (Foto: Peter Diekmann) |
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Trotz zahlreicher Wortmeldungen, die vor dieser Entscheidung warnten und großem Applaus, den sie dafür erhielten, stimmten lediglich 34 Delegierte gegen die Erklärung. Wichtigster Punkt des Positionspapiers „Einer grundsätzlichen Erweiterung der Jagdzeit auf den Rehbock bei der Einzeljagd wird nicht zugestimmt. Der Möglichkeit der Effektivierung der Rehwildbejagung bei Bewegungsjagden wird insofern entgegengekommen, dass hierbei der Rehbock im Rahmen des Abschussplanes mit erlegt werden kann." Ebenso wie Ricken, Schmalrehe und Kitze dürfen Böcke somit künftig auf Bewegungsjagden bis zum 15. Januar erlegt werden, wenn die Empfehlung vom Ministerium umgesetzt wird, woran kaum ein Zweifel besteht. Steffen Liebig, Präsident des Thüringer LJV´s, begründete die Empfehlung damit, dass es ein notwendiger Kompromiss sei, um größeren Schaden in Form eines veränderten Landesjagdgesetzes abzuwenden. Man wolle „die Bemühungen des Landesforstes, die Rehwildbejagung effektivieren zu können, unterstützen." Außerdem fordern die Thüringer in der Erklärung, dass der 3-Jahres-Abschussplan erhalten bleibt und Blühstreifen an Wald-/Feldkanten gesetzlich vorgeschrieben werden, um eine effektive Sauenbejagung zur Abwendung landwirtschaftlicher Schäden zu gewährleisten. Darüber hinaus verweigern sie sich, einer Verkürzung der Jagdpachtzeiten zuzustimmen. Präsident Liebig warnte in seiner Rede vor diversen politischen Gruppierungen und Interessensvertretungen, deren oberstes Ziel es sei, die Jagd in ihrer bisherigen Form abzuschaffen. Er verwies dabei auf die aktuellen Entwicklungen in NRW und das dazu erschienene 13-Punkte Papier des NABU, nach dem die Jagd mit abstrusen Forderungen radikal verändert werden soll. Der Staatssekretär des Thüringer Landwirtschaftsministeriums, Roland Richwien, kommentierte dieses Papier ebenfalls: „Die aktuellen Entwicklungen in NRW sind für mich persönlich ein Desaster." Richwien kündigte darüber hinaus an, neben der veränderten Jagdzeit auf Böcke auch die Jagdzeiten für Dachs (1. August bis 15. Januar) und Muffelwidder (1. Juli bis Ende März) anzupassen. Der Präsident des Thüringer Bauernverbandes, Dr. Klaus Kliem, sprach Stimmen aus dem Jägerlager an, die offen eine Beteiligung der Landwirte an Wildschäden fordern. Diesen erteilte er eine klare Absage und zeigte damit, dass die Bauern zumindest in diesem Zusammenhang keinerlei Kompromissbereitschaft haben. Balsam auf der Seele waren da die Worte von Manfred Görner, Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Artenschutz Thüringen e.V.: „Es ist kein Widerspruch zwischen Naturschutz und Jagd erkennbar, das muss in aller Deutlichkeit gesagt werden." Insgesamt zeigte der 22. Thüringer Landesjägertag, dass es ein offen geführter Landesjagdverband ist, dessen Mitglieder sich lebendig an der Entscheidungsfindung der Verbandspolitik beteiligen und dessen Vorstand diese demokratische Offenheit zu schätzen weiß. pd
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