DJZ-Lehrrevier: Zwischenbilanz
Zwei von drei großflächigen Drückjagden im DJZ-Revier und den benachbarten Revieren haben im Oktober stattgefunden. Eine Zwischenbilanz im Dezember 2000.
Von Hans-Joachim Duderstaedt
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 | Junger, glücklicher Jäger mit kapitaler Beute. Die Haderer-Anomalie hat das linke Gewehr des Keilers auf über 30 cm Länge wachsen lassen. |
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Langjährige DJZ-Leser kennen das DJZ-Revier und die drei benachbarten Reviere, die nach dem selben Hegeprinzip bejagt werden aus der Berichterstattung.
Für „Neu-Leser“ nur soviel zur Einführung: Die Sauen werden im Wald bei uns auf der Einzeljagd nicht bejagt, wohl aber bei Wildschaden im Feld. Der weitaus größte Teil der Sauenstrecke wird somit auf den drei großen Bewegungsjagden erzielt. Der Jagdblock, wie wir intern unsere Hegegemeinschaft nennen, besteht aus 1.600 Hektar Wald und 600 Hektar Feld. Jagd nach Lüneburger Modell In den vergangenen zwölf Jahren haben wir im Großen und Ganzen nach dem Lüneburger Modell meist nur Frischlinge und reife Keiler freigegeben. Nur bei Anwachsen des Bestandes über das zulässige Maß hinaus wurde die Freigabe gelockert. Diese konsequente Bejagung hat dazu geführt, dass bei den Bewegungsjagden fast immer ein oder mehrere starke Keiler gestreckt wurden. Die Hauptschweine lagen und liegen aufgebrochen zwischen 90 und 200 Kilogramm im Spitzenwert. Die Keilerwaffen brauchen internationale Vergleiche nicht zu scheuen.
Wie wir Schwarzwildjäger wissen, haben die Sauenbestände in vielen Gebieten Deutschlands die Kapazitätsgrenze überschritten. Die in Laubwaldgebieten intensive Eichelmast wird zu einem weiteren Ansteigen der Bestände führen, und auch bei uns war es an der Zeit, bei den Zuwachsträgern, also den jungen Bachen, einzugreifen, um ein weiteres Ansteigen des Bestandes zu verhindern.
Bei der Freigabe legen wir aber Wert darauf, dass die Leitbachen, und das sind in der Regel die körperlich starken Stücke zwischen 70 und 90 Kilogramm, geschont werden.
Die Freigabe bei den beiden Bewegungsjagden im Oktober lautete also: Frischlinge, Stücke, die keine Frischlinge führen bis 50 Kilogramm, und reife Keiler.
Selbstverständlich muss die Jagdleitung dafür sorgen, dass die Schützen auch in der Lage sind, die sie anlaufenden Sauen anzusprechen. Wenn die Schützen mit dem Rücken an der Dickung stehen und nur ein Fahrspur breiter Weg als Schussfeld zur Verfügung steht, gibt es nur zwei Entscheidungskriterien: ansprechen oder schießen. Das gilt es zu vermeiden. Die Auswahl und Vorbereitung der Schützenstände ist also wesentliches Kriterium für Erfolg oder Misserfolg einer solchen Jagd. Strecke von 2 Bewegungsjagden 2000 Auf den beiden Jagden kamen an Sauen zur Strecke:
34 Frischlinge
9 Überläuferkeiler
11 Überläuferbachen
4 zwei- bis dreijährige Bachen
5 Keiler sechs Jahre und älter.
Der bewusste Eingriff bei den Überläuferbachen und den vier jungen Bachen ist genauso gewollt und wird dafür sorgen, dass unser Sauenbestand nicht weiter wächst. Mit entsprechender Disziplinierung der Schützen ist es gelungen, die für die Sozialstruktur des Bestandes wichtigen Leitbachen zu schonen.
Die fünf jagdbaren Keiler bei einer Gesamtstrecke von 63 Sauen sind der Beweis, dass artgerechte Sauenbejagung auch heute in freier Wildbahn zum Erfolg führt. Die Keiler waren im Wildbret für unsere Verhältnisse eher gering. Sie lagen zwischen 98 und 107 Kilogramm aufgebrochen. Von der Trophäe her fiel ein Keiler mit zirka neun Jahren deutlich aus dem Rahmen. Wegen einer einseitigen Hadereranomalie brachte er es auf eine Gewehrlänge von 30,8 und 20,7 Zentimeter. Für unseren Jagdfreund Guido Piroth wird diese nicht nur starke, sondern überaus interessante Trophäe sicher der Lebenskeiler sein.
Abschließend noch einmal Statistik: Von 1989 bis Oktober 2000 kamen in diesem Jagdblock 38 Keiler mit einem Alter von über sechs Jahren zur Strecke. Sie fielen ausnahmslos bei unseren großen Bewegungsjagden. Wir sind sehr gespannt, was die dritte Drückjagd bringt, die stattfindet, wenn diese DJZ gedruckt wird.Foto: Hans-Joachim Duderstaedt
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