Das DJZ-Versuchsrevier
Kurz nach Gründung der Deutschen Jagd-Zeitung wurde das Versuchsrevier 1983 angepachtet. 1983 und 1984 stand es unter Leitung von Revierjäger Hans Ludwig, danach unter Leitung von Wildmeister Hans-Joachim Duderstaedt. Es handelt sich um eine Eigenjagd der Stadt Oberwesel als reines Waldrevier mit einer Flächengrösse von 685 ha, gelegen auf den Rheinhöhen zwischen Oberwesel und St. Goar.
Von Hans-Joachim Duderstaedt
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 | Das DJZ-Lehrrevier in der Luftbild-Darstellung |
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Bestockung: 502 ha Fichtenreinbestände, 183 ha Laubhölzer z.T. mit Beimischung von Nadelhölzern. Das Rotwildrevier hat Rot-, Muffel-, Reh-, und Schwarzwild als Standwild. Der derzeitige Frühjahrswildbestand pro 100 ha Wald wird geschätzt auf etwa fünf Stück Rotwild, sechs Stück Muffelwild, 16 Stück Rehwild, sieben Stück Schwarzwild (Geschlechterverhältnis nahezu 1:1)
Weiterhin kommen im Revier vor : Hase, Ente, Waldschnepfe, Fuchs, Dachs, alle vier Taubenarten, Bussard, Habicht, Sperber, Roter Milan, Schwarzer Milan, Waldkauz, Waldohreule, Steinkauz
Als seltene Tierarten kommen vor: Uhu, Sumpfohreule, Baumfalke, Haselwild, Bekassine, Hohltaube, Wiesenweihe, Schwarzstorch, Rauhfußkauz, Ziegenmelker und Wildkatze
Im Laufe der letzten neun Jahre haben sich drei Reviere mit Feldanteilen dem DJZ -Revier angeschlossen, so dass ein Jagdblock mit einer Gesamtfläche von 2185 ha, davon 585 ha Feld entstanden ist: Die Gesamtfläche wird nach gleichen internen Richtlinien bejagt
Zielsetzung
Berichterstattung aus dem DJZ-Revier für die DJZ-Leser als Leserservice zu den Schwerpunktthemen:
- Jagdbetriebliche Einrichtungen
- Wildhege ( Schwerpunkt Schalenwild )
- Verbesserung der natürlichen Äsungsverhältnisse
- Jagdstrategien
- Wildmanagement
- Wildfütterung
Im Einzelnen ergeben sich daraus folgende Themen :
Lösungsansätze zum Wald- Wildkonflikt, wild- und waldfreundliche Waldbaumaßnahmen, Äsungsflächenvernetzung, Herausnahme geeigneter Flächen aus der forstlichen Bewirtschaftung, Vernetzung eines Jagdschneisensystems, Einrichtung von Wild- Ruhezonen, Intervalljagd sowie Schwerpunktjagd
- Vermeidung von Wildschäden im Wald und im Feld
- Keine Nachtjagd im Wald
- Anlage von Ablenkungsfütterung für Schwarzwild
- Spezielle Jagdstrategien wie beim Schwarzwild (keine Einzeljagd im Wald aber intensive Jagd im Feld )
- Schwerpunktbejagung im Wald durch Drückjagden
Naturschutz - Maßnahmen:
- Vernetzung der Waldflächen mit Feuchtgebieten
- Quellbachschutz und Förderung
- Förderung von Quellhorizonten
- Waldrandgestaltung
- Anlage und Förderung von Streuobstwiesen
- Großflächige Umgestaltung von Niederwald durch auf Stock setzen
Artenschutz:
- Haselhuhn-Projekt
- Rauhfußhuhn-Projekt
- Vogelschutz ( Nistkästen - Gehölze )
- Fledermaus-Schutz
- Bereitstellung von stehendem Totholz für Insekten, Spechte, Hohltauben, Eulen
Zu all diesen Themen wurde und wird in der DJZ regelmäßig berichtet Weitere Arbeitsschwerpunkte:
- Ausbildung von Berufsjägern (bisher sieben)
- Betrieb einer Schweißhundstation
- Weiterbildungsmaßnahmen und Exkursionen im Bereich Jagd, Forst, Waldbesitz, Naturschutz
- Vorträge
- Referate
- Revierberatende Arbeit als Leserservice durch den Leiter des DJZ Reviers
- Freilanduntersuchungen im Auftrag von Behörden und Unternehmen
- Wildschadensseminare im DJZ-Revier
Was wurde erreicht?
- Stabilisierung des Rotwildbestandes
- Reduzierung des Rehwildes bei deutlicher Anhebung der Qualität
- Erhaltung der Muffelwildpopulation und Steigerung der Qualität
(dreimal Landessieger in Rheinland-Pfalz)
- Erfolge bei der Schwarzwildhege:durch artgerechte Bejagung
- naturnahe Alters,- und Sozialgliederung des Schwarzwildbestandes
(hoher Anteil an reifen Keilern)
- Erlegt wurden unter anderem 30 Hauptschweine,
(dreimal Landessieger in Rheinland-Pfalz )
- 1998 Erlegen eines Goldmedaillenkeilers mit 199 kg aufgebrochen
- Deutliche Reduzierung der Wildschäden im Feld, von früher DM 30.000 - 40.000,- auf unter DM 5.000,-
- Deutlicher Rückgang der Verbiß und Schälschäden im Wald
- Stabilisierung des Haselwildbesatzes
- Anlage von 14 Feuchtbiotopen
- Großflächige Verjüngung der Hauptbaumarten ohne Forstschutzmaßnahmen
- 2,5 % der Holzbodenfläche sind Äsungsflächen
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