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Treffen auf Drückjagden
Wir alle kennen sie, die Jäger, die auf Drückjagden fast immer Anlauf haben und fast immer Beute machen. Sie sind aber nicht etwa „Günstlinge Dianas“, nein, sie verhalten sich nur richtig auf dem Stand und sind in der Lage, jagdliche Chancen auszunutzen. Wildmeister Hans-Joachim Duderstaedt gibt einige Tipps aus jahrzehntelanger Praxis.
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Drei Faktoren bestimmen nach meinen Beobachtungen den Jagderfolg einzelner Jäger auf Drückjagden:
1. Die richtige Ausrüstung
2. Das richtige Verhalten auf dem Stand
3. Schießtraining in Theorie und Praxis 1. Die richtige Ausrüstung Hier soll nicht wieder das leidige Thema Doppelbüchse, Repetierbüchse oder Halbautomat diskutiert werden. Jeder mag da nach seiner Fasson selig werden. Ich liebe allerdings Halbautomaten nicht. Das liegt weniger an dem Waffentyp als an der Psyche mancher Schützen, die diese Waffen führen. Zu viele habe ich gesehen, die mit dem Halbautomaten etwas „locker“ umgehen.
Ob nun Repetierbüchse oder Doppelbüchse, entscheidend bei der Bewaffnung ist, dass einem die Waffe flintenähnlich gut liegt. Stecher gehören nach meiner Einschätzung nicht an Drückjagdwaffen. Ein trockener Flintenabzug mit mittlerem Abzugswiderstand (900 bis 1.200 Gramm) ist die bessere Wahl, auch unter Sicherheitsaspekten.
Bei den Drückjagden alter Prägung lagen die Schuss-Entfernungen selten über 50 Schritt, und geübte Schützen kamen gut mit offenen Visierungen klar. Die heutigen, gut vorbereiteten Bewegungsjagden sind so organisiert, dass die Schützen weitab von den Einständen mit gutem Schussfeld postiert sind. Das Wild kommt oft ziehend, manchmal auch verhoffend, sodass man mit einem kleinen variablen Zielfernrohr besser ausgerüstet ist. Schüsse um die 100 Meter sind in solchen Situationen zu verantworten.
Ideal sind spezielle Drückjagd-Zielfernrohre mit ein- bis vierfacher Vergrößerung und kleinem Objektiv-Durchmesser, weil sie tief montiert werden können, sodass die Waffe mit der Visierlinie gut im Anschlag liegt. Wer weniger Drückjagdgelegenheit hat, wird die Anschaffung eines speziellen Drückjagd-Zielfernrohres vermeiden. Ein guter Kompromiss ist dann das eineinhalb bis sechsfache Zielfernrohr, das als Universalglas auch für Ansitz und Pirsch verwendet werden kann. Konstante sechsfache oder gar achtfache Zielfernrohre sind auf Drückjagden völlig ungeeignet. Es ist schwer, wegen des kleinen Sehfeldes das Wild überhaupt ins Glas zu bringen, und das Mitschwingen wird einem kaum gelingen. Trotzdem sieht man immer wieder Jäger, die mit konstanten 8x56er Zielfernrohren auf Drückjagden erscheinen. Man kann nur hoffen, dass sie keinen Anlauf haben!
Ob man ein kleines handliches Doppelglas mit auf eine Drückjagd nimmt, ist Geschmacksache. Sicherlich wird es gelegentlich vorkommen, dass man auf weite Entfernung Wild beobachten kann, aber im Normalfall sollte man sich auf seine zu bejagenden Sektoren konzentrieren und sich möglichst bewegungslos auf dem Stand verhalten.
Sind Trophäenträger freigegeben, meistens Hirsche bis zum Sechser oder ungeraden Achter, wird man in einer Drückjagd-Situation immer versuchen müssen, den Hirsch durch das Zielfernrohr anzusprechen (das gilt sinngemäß auch für andere Wildarten oder die Ansprache nach Geschlecht und Altersklasse).
Wer glaubt, Zeit genug zu haben, mit dem Doppelglas den Hirsch anzusprechen, um ihn gegebenenfalls zu erlegen, wird kaum fertig werden. Nur wer in der entscheidenden Phase das variable Zielfernrohr auf größte Vergrößerung stellt, hat eine Chance (Ausnahmen bestätigen natürlich immer die Regel). Ich selbst verzichte seit Jahren auf das Doppelglas bei Drückjagden und verwende zum Ansprechen das Zielfernrohr.
Auch die richtige Kleidung ist mit entscheidend für den Jagderfolg. Wer sich bei einer Drückjagd anzieht, als wolle er zehn Stunden bei 15 Grad Frost auf Sau und Fuchs ansitzen, wird so unbeweglich, dass er im entscheidenden Moment die Waffe nicht richtig in Anschlag bringen kann.
Die skandinavische Vlies- und Faserpelz-Kleidung, die sich sehr gut nach dem Zwiebelschalensystem übereinander tragen lässt, ist also für unsere Zwecke optimal. Wer darüber noch eine bequeme Lodenjacke zieht, ist,wenn es nass wird, für alle Fälle gerüstet.
Handschuhe bei kaltem Wetter erhöhen nicht unbedingt den Jagderfolg, auch wenn man den Schießfinger frei hat. Es gibt allerdings für nicht allzu kaltes Wetter „fingerlose Handschuhe“, die die Handfläche und den Puls warm halten und bequemes Hantieren ermöglichen. Liegen die Minusgrade allerdings unter fünf, kommt man an Handschuhen nicht vorbei. Aber auch ein Pelz-Muff kann dann gute Dienste leisten.
Zu einer Drückjagd, auf der die Treiben länger als eine Stunde dauern, und das ist heute die Regel, gehört unbedingt ein Sitzstock. Ob es ein ein- oder dreibeiniger sein soll, ist Gewohnheitssache, beide haben Vor- und Nachteile. Im stark bergigen Gelände kommt allerdings wegen der Hanglage nur der einbeinige in Frage. Ferner sind Sitzrucksäcke eine gute Alternative.
Die Sitzstöcke sollten in der Höhe so gewählt werden, dass man möglichst hoch sitzt, da man, wenn Wild an einem vorbei flüchtet, oft aufstehen muss, um einen Schuss anzubringen. Man steht natürlich von einem hohen Sitzstock aus leichter auf als von einem niedrigen.
Das richtige Verhalten auf dem Stand
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