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Wild der Berge

Die deutschen Alpen sind Lebensraum für viele Wildtiere, die sich an die extremen Lebensbedingungen hervorragend angepaßt haben. Die Hauptwildart der Alpen ist das Gamswild.

Von Hans Joachim Steinbach

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Gamswild
Das Gamswild: Es ist das Charakterwild der deutschen Alpen.

1. Welche Wildarten leben ausschließlich im deutschen Hochgebirge, den Alpen?

Von den Wildarten, die dem deutschen Jagdrecht unterliegen, kommen vorwiegend im Alpenraum vor: Steinwild, Gamswild, Schneehase, Murmeltier, Alpenschneehuhn und Steinadler.

Geringe Bestände an Gamswild gibt es auch im Schwarzwald und im Elbsandsteingebirge (Waldgams).

2. Welche Schalenwildart wird in Deutschland fast ausschließlich in den Alpen bejagt?

Das Gamswild wird in Deutschland vorwiegend in den Alpen bejagt. Das andere Bergwild, wie Steinwild, Murmeltier, Schneehase und -huhn haben eine ganzjährige Schonzeit.

Die Jagdzeit für Gamswild dauert vom 1. August bis zum 15. Dezember. Gejagt wird Gamswild überwiegend auf der Pirsch. Sie wird, besonders während der Brunft in den Monaten Oktober bis Dezember, mit der Ansitzjagd kombiniert.

3. In welchem Lebensraum ist unser heimisches Gamswild überwiegend angesiedelt?

Das Hauptverbreitungsgebiet des Gamswildes sind die Alpen. Es lebt jahreszeitlichen Standortwechseln unterworfen im Hochgebirge bis in die Gipfelregion, hält sich aber auch ganzjährig in tieferen, reinen Waldlagen (Waldgams) auf.

Als bevorzugte Einstände gelten die Gebiete oberhalb der Waldzone. Bei Störungen flüchtet das Wild in unzugängliche Felsregionen. Im Winter werden sonnenbeschienene Südlagen bevorzugt, im Sommer schattige Kare oder Matten.

4. Welche Besonderheiten kennzeichnen die Trophäen des Gamswildes?

Beim Gamswild tragen beide Geschlechter Hörner (Hornträger – Boviden), die „Gamskrucken“ oder „Krickeln“. Der Unterschied zwischen beiden Geschlechtern besteht darin, daß die Krucken der Geißen dünner sind und weniger gekrümmt, „gehakelt“.

Das Wachstum der Krucken beginnt schon bei den Kitzen, erreicht im zweiten Jahr den größten Zuwachs, und ab dem fünften Jahr sind die jährlichen Zuwächse nur noch gering. Während der winterlichen Wachstumspause entsteht ein Jahresring, daran kann man des Alter des Stückes an den Krucken auszählen. Allerdings sind die Krucken mehr oder wenig mit Harz belegt, dem sogenannten Pech (Pechkrucken); das erschwert die exakte Altersbestimmung (siehe Tafel).

5. Was versteht der Jäger unter „Bartgams“?

Hoch im Kurs steht der aus den Rückenhaaren verarbeitete Gamsbart, der „Wachler“, der um so wertvoller ist, je größer er gebunden wird und je weißer die Endspitzen („Reif“) sind.

Die Haare für den Gamsbart rupft der Jäger aus den Rückenhaaren des Aalstriches einer Gams im Winterhaar, deshalb bezeichnet man diese auch als „Bartgams“.

6. Welche natürlichen Feinde hat das Gamswild?

Natürliche Feinde sind Luchs, Fuchs und Steinadler, die bisweilen Kitze schlagen oder reißen oder durch Krankheit oder Verletzungen geschwächte Stücke erbeuten.

Hohe natürliche Verluste gibt es durch harte und lange Winter sowie durch Krankheiten wie die Gamsräude (Milben) oder durch Endoparasiten wie Darm-, Magen-. oder Lungenwürmer.

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