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Marder in Deutschland

Der Marderhund, der Waschbär, der Mink, die Nutria - Sie wurden in den letzten Jahrzehnten in Deutschland eingebürgert, oder sie sind eingewandert.

Von Hans Joachim Steinbach

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Marderhund
Der Marderhund: in Mecklenburg-Vorpommern unaufhaltsam auf dem Vormarsch. Er muss intensiv bejagt werden.

Waschbär, Marderhund, Mink und Nutria. Sie sind die bekanntesten Arten, die nicht ursprünglich in Deutschland heimisch sind, sondern sich durch Aussetzen, Entweichen aus Wildtier-Farmen oder Einwanderung bei uns ausgebreitet haben.

Sie gehören laut Bundesjagdgesetz nicht zu den jagdbaren Arten. Von den meisten Bundesländern wurden sie aber dazu erklärt, in der Regel haben sie eine ganzjährige Jagdzeit.

Der Marderhund oder Enok

Der Marderhund wird auch Enok genannt und zählt wie Wolf und Fuchs zur Familie der Hunde. Sein ursprüngliches Verbreitungsgebiet lag in Ostasien (Ostsibirien, Mandschurei, Nordvietnam, Japan).

Seit 1928 wurden im europäischen Teil der Sowjetunion Marderhunde zur Steigerung der Pelzgewinnung ausgesetzt. Von dort verbreitete sich der Marderhund über das Baltikum und die ost- und nordeuropäischen Staaten bis nach Deutschland. 1962 wurden die ersten Marderhunde in Deutschland erlegt.

Über einen längeren Zeitraum waren Marderhund-Erlegungen nur zufällig und selten. In den letzten Jahren haben sich die Marderhund-Besätze in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg aber rasant entwickelt. So wurden im Jagdjahr 1999/2000 in Mecklenburg-Vorpommern 3.004 und in Brandenburg 2.502 Marderhunde erlegt, in Deutschland 5.711. Vor fünf Jahren, also 1995, waren es nur 421 Stück.

Aussehen: Marderhunde haben einen sehr kleinen Kopf und tragen wie der Waschbär eine Gesichtsmaske. Erwachsene Tiere sind fünf bis zehn Kilogramm schwer und etwas kleiner als ein Dachs. Der Marderhund führt eine verborgene, nächtliche Lebensweise und ist allein mit der Schusswaffe nicht im Besatz zu regulieren. Er gilt als Allesfresser, der unter dem Niederwild und nicht jagdbaren Kleinsäugern und Bodenbrütern erhebliche Schäden anrichten kann. Als bevorzugten Lebensraum nutzt der Marderhund deckungsreiche Wälder, Sümpfe und Feuchtgebiete der Ebene.

Die Ranz findet in den Monaten Februar und März statt. Die Tragezeit dauert etwa neun Wochen, und eine Fähe wirft sechs bis acht Welpen. Die Junghunde sind mit sechs Monaten ausgewachsen und im zweiten Lebensjahr geschlechtsreif.

Der Waschbär

Der zu den Kleinbären gehörende Waschbär ist ursprünglich in Nordamerika beheimatet. Zwischen 1927 und 1934 gelangte er durch gezieltes Aussetzen und Entweichen aus Pelztier-Farmen in unsere Wildbahn. Inzwischen ist der Waschbär in allen Bundesländern nachgewiesen und besiedelt weite Teile Mitteleuropas.

In Deutschland ist er am häufigsten in Hessen (4.151), Brandenburg (1.497) und Nordrhein-Westfalen (1.304, Jahresstrecke 1999/2000). Die Strecke für Deutschland betrug 8.445 Stück.

Aussehen: Auch der Waschbär trägt eine deutliche Gesichtsmaske und ist dem Marderhund in Färbung und Größe ähnlich. Er nutzt zusätzlich weitere Lebensräume, etwa Gebirgswälder wie den Harz, und dringt bis in den Siedlungsraum der Menschen vor.

Die Ranzzeit fällt ebenfalls in die Monate Februar und März. Nach einer Tragzeit von neun Wochen werden drei bis fünf Jungbären geworfen. Die Jungbären sind im zweiten Lebensjahr geschlechtsreif.

Der Waschbär führt wie anderes Raubwild ein nächtliches Leben und gilt als Allesfresser. Als geschickter Kletterer gelangt er auch auf hohe Bäume. Wie der Marderhund hält der Waschbär eine Winterruhe, keinen Winterschlaf.

Auch Waschbären werden auf der Jagd eher zufällig erlegt. Gezielt kann man sie mit der Falle und an speziellen Kirrungen bejagen. Der Balg gilt als begehrtes Rauchwerk für Mützen oder Pelzjacken.

Der Mink

Der Mink ist der amerikanische Nerz, der ebenso wie der Waschbär durch Entweichen aus Pelztier-Farmen bei uns heimisch geworden ist. Dagegen kommt der europäische Nerz nur in wenigen Lebensräumen als selten gewordenes Wildtier vor. Für sein fast völliges Verschwinden gibt es keine schlüssige Erklärung.

Der Mink stammt aus Nordamerika und wurde früher nur in Pelztierfarmen gehalten. Seine Ausbreitung verläuft nicht so dramatisch wie die von Marderhund und Waschbär. Aber auch hier sind die Besätze ansteigend. Stärkere Vorkommen gibt es in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Sein Lebensraum sind Feuchtgebiete und die Nähe von Gewässern.

Die Ranz findet wie bei den vorher genannten Arten im Februar und März statt. Nach einer Tragzeit von sieben Wochen werden drei bis sechs Junge geworfen. Minke bewohnen Erdbaue und werden vorwiegend mit Fallen bejagt.

Die Nutria

Anders als die vorgenannten Beutegreifer sind die Nutrias reine Pflanzenfresser. Als wertvolle Pelztiere wurden sie in der DDR gezüchtet. Nach der Wende wurden viele Tiere in die freie Wildbahn entlassen. An Deichanlagen und Uferböschungen können sie erhebliche Schäden verursachen. Speziell harte und lange Winter dezimieren Freilandbesätze.

Wie Biber sind Nutrias an Gewässer gebunden, man bezeichnet sie auch als Sumpfbiber oder Biberratte. Jagdlich spielen Nutrias, deren Wildbret als schmackhaft gilt, keine große Rolle.

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