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Jagd auf Wildgänse: Nicht weit schießen

Jagd auf Wildgänse erfordert im hohen Maße Disziplin, Erfahrung und Schieß-Fertigkeit. Bei streichenden Gänsen muss die Entfernung richtig eingeschätzt werden.

Von Hans Joachim Steinbach

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Besonders effektiv ist es, die Gänse an den Äsungsflächen abzupassen. Der landwirtschaftliche Schaden kann beträchtlich sein.

Zu welcher zoologischen Gruppe gehören die Wildgänse und was unterscheidet sie von den Wildenten?

Wildgänse sind große Entenvögel. Sie sind zwar Schwimmvögel, aber ihre Nahrung suchen sie vorwiegend auf Feldern und Grünland. Gewässer nutzen sie zumeist als Schlafplatz, weil sie dort vor Raubwild sicher sind.

Von den Enten unterscheiden sie sich neben der Größe auch dadurch, dass bei den Wildgänsen beide Geschlechter gleich gefärbt sind und sich äußerlich nicht unterscheiden lassen. Außerdem gibt es bei Wildgänsen eine Paarbildung, meist Dauerehen (Monogamie).

Welche Gänseart kommt bei uns natürlich (autochthon vor und wo brütet sie?)

Die Graugans. Sie ist die größte der „grauen“ Wildgänse, nur die Kanadagans, die zu den „bunten“ Gänsen zählt, ist größer.

Graugänse brüten in Nordosteuropa, auf Island, an den Küsten von Norwegen, Schweden, Finnland, in Nord- und Ostdeutschland und in Osteuropa vom Baltikum bis zum Schwarzen Meer sowie in der Türkei.

Warum bezeichnet man Saat- und Bläß-Gänse als „nordische Gänse“ und wie unterscheidet man beide Arten?

Saat- und Blässgänse sind Brutvögel im hohen Norden Europas bzw. West-Sibiriens, die bei uns im Herbst auf ihrem Zug in die Überwinterungsgebiete rasten.

Dabei ist die Saatgans Brutvogel von Norwegen bis in die europäische Tundra Russlands, während die Blässgans ihre Brutgebiete von der europäischen Tundra Russlands bis nach Westsibirien hat. Saat- und Blässgänse kommen auf ihrem Zug in gemeinsamen Flügen vor. Sie gehören beide zu den sogenannten „grauen“ Gänsen. Die Saatgans äst mit Vorliebe aufgelaufene Saaten, deshalb nennt man sie auch „Feldgans“, während die Blässgans Wiesen und Weiden bevorzugt, weswegen man sie als „Grünlandgans“ bezeichnet.

Beide Arten lassen sich leicht unterscheiden. Sie sind zwar etwa gleich groß, aber das Brust- und Bauchgefieder ist bei der Blässgans gefleckt (getigert), bei der Graugans einheitlich graubraun gefärbt, und die Blässgans trägt über dem Schnabel eine Blesse (weiße Stirn), wonach sie ihren Namen hat.

Was muss der Gänsejäger unbedingt beachten?

Wildgänse sind sehr aufmerksames, scheues Wild, das eine große Fluchtdistanz einhält. Deshalb lassen sich Wildgänse nur aus guter Deckung heraus bejagen. Bevorzugt sollten sie an Äsungsflächen bejagt werden, auf denen sie zu Schaden gehen.

Auf Wildgänse soll man mit mittlerem Schrot (3,5 mm) auf nicht zu große Entfernung (30 Meter) schießen. Das gewährleistet ausreichende Deckung und Wirkung. Bei der Gänsejagd darf man nicht zu weit und nie ungezielt mitten in den Flug hinein schießen.

Welche Gänseart, die zur Gattung Branta gehört, rastet bei uns vorwiegend an der Küste?

Die Kanadagans. Kanadagänse sind die größten Wildgänse, sind Brutvogel in Nordamerika, wurden aber auch in Nordeuropa heimisch. Bei uns rasten ein paar Tausend Exemplare an der Ost- und Nordseeküste. Als jagdbares Wild sind die großen, schmackhaften Vögel sehr beliebt. Sie werden im Watt oder auf den küstennahen Äsungsflächen bejagt, indem man sich in Tonnen oder in Erdlöchern verbirgt.

Welches Wetter ist für die Gänsejagd besonders günstig?

Wind, nebliges, nasskaltes Wetter mit niedrigen Wolken sind vielversprechend. Die Gänse fliegen dann tiefer als bei Sonnenschein und kommen häufiger in schussbarer Entfernung. Je schlechter das Wetter und die Sicht, desto tiefer streichen die Wildgänse.

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