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05/2000
Mit der Flinte schiessen

Niederwild, außer Rehwild, und Raubwild werden vorwiegend mit der Flinte bejagt. Und die Jagd mit Flinte und Schrot hat ihre Besonderheiten.

Von Hans Joachim Steinbach

A

Flintenschiessen

1. Welche Besonderheiten muß man bei der Flinte beachten, damit man mit dem „Handwerkszeug“ auch trifft?

Flinten sind für das Schießen auf bewegliche Ziele ausgerichtet. Da eine Schußabgabe in der Regel sehr schnell aus der Bewegung heraus erfolgen muß, sind bei der Flinte die Schaftmaße noch viel wichtiger als bei einer Büchse. Sie sind viel individueller den Körpermaßen des Schützen anzupassen. Wer viel mit der Flinte jagt, sollte den höheren Aufwand nicht scheuen.

Neben Schaftlänge, Senkung, Schränkung, Schaftform und Griffigkeit des Vorderschaftes (Fischhaut) ist die Balance (Ausgewogenheit der Gewichtsverteilung, Führigkeit) ein wichtiges Kriterium bei der Anschaffung einer Flinte.

2. Was muß man bei einer Flinte beachten, die man sowohl im Revier als auch auf dem Schießstand einsetzen will?

So wie es keine Universalbüchse gibt wird man auch keine Flinte für alle Zwecke finden. Der Jäger, der aber keinen Leistungsschießsport betreiben will, wird seine Flinte sowohl im Revier als auch auf dem Schießstand nutzen können. Dazu soll die Flinte in der Regel eine Bockflinte sein und einen Einabzug haben. Die Reihenfolge , welcher Lauf zuerst schießt, sollte einstellbar sein. Die Flinte sollte möglichst viertel- und dreiviertel-Choke besitzen, und sich so für Trap- und Skeet-Schießen eignen. Von Vorteil ist auch ein Ejektor, durch den die abgeschossenen Patronenhülsen beim Öffnen des Verschlusses ausgeworfen werden.

3. Welche Möglichkeiten umfaßt das jagdliche Wurftaubenschießen?

Das jagdliche Schießen mit der Flinte erfolgt auf Wurftauben (besser Wurfscheiben) in den Disziplinen nach DJV-Vorschrift: Trap und Skeet sowie das immer mehr beliebte Jagdparcourschießen.

Beim Trapschießen müssen die Jäger Wurfscheiben von fünf unterschiedlichen Ständen aus dreimal (insgesamt 15 Scheiben) beschießen, die elf Meter von dem Unterstand der Wurfmaschine entfernt sind und deren Wurfrichtung einem Zufallsprinzip unterliegt. Für jede Scheibe hat der Schütze zwei Patronen. Getroffen ist die Scheibe, wenn sichtbar ein Stück abgetrennt wird.

Beim Skeetschießen werden die 15 Wurftauben von sieben Ständen aus beschossen, wobei die Tauben jeweils aus einem Hoch- und Niederhaus in die selbe Richtung herausgeschleudert werden (nacheinander oder gleichzeitig als Doubletten).

Beim Jagdparcourschießen werden jagdliche Praxissituationen am besten nachgestellt (Rollhase, anfliegende Taube, wegstreichende Ente, aufsteigender Fasan).

4. Was ist beim jagdlichen Flintenschießen im Revier zu beachten?

Die Grundtechniken des Flintenschießens lassen sich auch auf die Jagd auf Flugwild übertragen. Aber im Revier sind die Situationen ständig wechselnd und das Wild nutzt auch noch jede Deckung aus und streicht auch zwischen Bäumen, Sträuchern und Büschen. Entfernung und Fluggeschwindigkeiten sowie die Winkel zum Schützen variieren viel mehr als bei Wurfscheiben.

Der Jäger muß im Revier immer bestrebt sein, ein Stück Wild nur auf eine waidgerechte Schußentfernung zu beschießen (je nach Würgebohrung zirka 30 bis 35 Meter), die genügend Deckung der Schrote garantiert, wodurch das Wild zuverlässig getötet wird (Schocktod durch Nervenreizung beim gleichzeitigen Auftreffen vieler Schrote auf den Wildkörper).

Sowohl zur Jagd auf Flugwild als auch auf flüchtige Hasen oder Kaninchen gehört ein gehöriges Vorhaltemaß, was sich der Jäger nur durch Erfahrung aneignen kann.

5. Welche Sicherheit muß der Jäger beim Flintenschießen beachten?

Beim Schrotschuß handelt es sich um kein Einzelgeschoß, sondern um eine Garbe aus vielen Einzelgeschossen (Streuung). Schrotkörner können leicht durch Steine, bei Frost, auf dem Wasser oder durch andere Hindernisse abgelenkt werden. Der Sicherheitsbereich wird in Schrotstärke mal 100 ermittelt. Danach haben Schrote der Nr. eins = 4,00 Millimeter Durchmesser einen Gefahrenbereich von etwa 400 Metern.

Foto: Hand-Jürgen Markmann

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