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Am Stand eingewiesen - was nun?

Wir alle kennen diese Jäger, die man „auf den Kirchturm“ stellen kann, und sie haben trotzdem Anlauf und machen Beute. Andere klagen regelmäßig über bescheidenen oder keinen Anlauf. Hier einige Tipps zum „beuteträchtigen“ Verhalten auf dem Drückjagdstand.

Von Hans-Joachim Duderstaedt

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Konzentriert beobachtet die Jägerin das Geschehen. Für Linksschützen liegt der Rucksack mit griffbereiten Jagd-Utensilien besser auf der anderen Seite.

Über die fachgerechte Vorbereitung und Organisation einer Drückjagd oder wie es neuerdings heißt, Bewegungsjagd, haben wir in der DJZ bereits ausführlich berichtet. Die Voraussetzung ist genaue Planung, sauberes Auszeichnen der Stände und klare „Vergatterung“ der Schützen. Besonders wichtig ist die klare Einweisung am Stand:

1. Genaue Festlegung der Standposition mit Sicherheitshinweisen („rote Zonen“, in die nicht hineingeschossen werden darf, etwaige Nachbarn, Treiber, mögliche Waldbesucher, Kugelfang...)

2. Hinweise, wo erfahrungsgemäß Wild vorrangig anwechselt.

3. Kein Verlassen des Standes (Ausnahme nur eine absolute Notsituation).

4. Keine selbstständigen Nachsuchen.

5. Wenn Sicherheit zu den Nachbarn besteht, kann anwechselndes Wild erlegt werden.

6. Verbleiben am Stand bis der Ansteller zurückkehrt. Nur so erfährt der Jagdleiter, was auf den einzelnen Ständen tatsächlich passiert ist.

Unterdessen habe ich mir sogar angewöhnt, die Nachbarschützen zu fragen, ob ihr jeweiliger Nachbar geschossen hat, denn immer wieder versuchen manche, vermeintliche Fehlschüsse zu vertuschen.

Ein Beispiel, wie es nicht ablaufen soll, von einer Bewegungsjagd in der Eifel: Wir waren elf Schützen in der Gruppe. Unser Ansteller gab sich ob des besch... Wetters oder weil ihm sonst etwas quergelaufen war, missgelaunt und wortkarg. Alle 50 Meter blieb er stehen und fragte, wer denn hier bleiben wolle. Ein ausgezeichneter Stand war nie auch nur andeutungsweise zu erkennen, von Einweisung kein Wort.

Ich wurde als letzter abgestellt. Immerhin bekam ich zu hören, dass hier in den letzten Jahren nie ein Schuss abgegeben worden war. Meine nachgerufene Frage, wo er denn stünde, blieb genauso unbeantwortet wie alles andere, was man als Standschütze schließlich wissen muss.

Wider Erwarten erlegte ich drei Frischlinge aus einer Rotte, die mir so günstig kam, dass ich niemanden gefährden konnte. Hätten wir nicht Eigeninitiative ergriffen, wir kannten weder das Ende des Treibens noch die Folge, hätten wir vermutlich auf dem Stand „überwintert“. So haben wir uns letztlich zum Mittagsplatz durchgefragt. Den freundlichen Ansteller fanden wir unterdessen munter plaudernd am Feuer wieder. Ich meldete ihm meine drei Sauen, woraufhin er „deutlich zeichnete“. Am Besten verabschiedet man sich höflich von solchen Veranstaltungen und fährt aus Gesundheit erhaltenden Gründen nach Hause!

Doch zurück zum eigentlichen Thema, dem Verhalten auf dem Stand. Gelegentlich hört man Jäger, die sich über schlechte Stände beklagen. Ich empfinde das allerdings nur als schlechtes Benehmen, denn immerhin muss ein Jagdleiter den Jagdbetrieb durchorganisieren, und es gibt nun einmal nicht nur „Kaiserstände“. Aber bei großflächig angelegten Jagden hat eigentlich jeder eine Chance. Er muss sie aber auch zu nutzen wissen! Nach meiner Einschätzung kommt es maßgeblich darauf an, wie sich der Jäger auf dem Stand verhält.

Sobald der Ansteller meinen Stand verlassen hat, verhalte ich mich eigentlich immer nahezu gleich: Ich verfolge ihn mit den Augen bis er den nächsten Schützen einweist, sofern der in Sichtweite postiert wird. Die Kontaktaufnahme mit dem Nachbarn durch Zuwinken gibt mir selbst ein beruhigendes Gefühl, und ich beginne nun, mich mit meinem Stand und seiner Umgebung vertraut zu machen.

Nachdem ich es mir auf meinem Sitzstock bequem gemacht habe, lade ich die Waffe. Ohne nun die nicht enden wollende Diskussion über Doppelbüchse oder Repetierer lostreten zu wollen, führe ich seit Jahren eine R 93, weil ich bei den unterdessen doch sehr vielen Sauen damit einfach schneller einen dritten und vierten Schuss abgeben kann. Die Repetierbüchse wird fertig geladen und ungespannt griffbereit positioniert. Ich spanne sie übrigens in der Anschlagbewegung, was ein hohes Maß an Sicherheit bietet.

Ersatz-Patronen stecken immer in der rechten Jackentasche, weil ja Rechtsschützen auch mit der rechten Hand nachladen. Ebenso liegt rechts von mir der Rucksack, auf dem das Fernglas ruht. In schnellen Situationen spreche ich durchs Zielfernrohr an, habe ich mehr Zeit, ist das Doppelglas sicher eine Hilfe.

Nun sondiere ich mein Standumfeld. Je nach Geländebeschaffenheit und Bestockung suche ich mir Lücken, die als Schussfeld geeignet sein können. In dieses mögliche Schussfeld hinein mache ich Anschlagübungen. Auch wenn der eine odere andere das vielleicht belächelt, wenn es ernst wird, hilft das wirklich, zumindest aber stellt man fest, ob das Zielfernrohr auf die richtige Vergrößerung eingestellt ist. Je nach Stand wird das Zielfernrohr zunächst auf eineinhalb- bis zweieinhalbfach eingestellt. Zielfernrohre mit höherer, fester Vergrößerung sind für Drückjagden ungeeignet.

Nun setze ich mir Grenzen, bis zu welcher Entfernung ich unter besonderer Berücksichtigung des Kugelfanges sauber schießen kann. Jetzt beginnt bei großen Bewegungsjagden ein oft stundenlanges Warten. Es ist für den Jagderfolg aber wichtig, dass wir, egal wie lange das Treiben dauert, konzentriert und aufmerksam sind und bleiben.

Wenn man bedenkt, welche harte Arbeit Treiber und Hundeführer verrichten, so sollten wir als Standschützen, die den leichteren Part haben, mit Meckerei zurückhaltend sein. Wir sperren Augen und Ohren auf und registrieren jeden möglichen Laut und jede Bewegung im Treiben. Gerade bei voller Konzentration ist der bunte Herbstwald oder gar die winterliche Schneelandschaft auch ohne Wildanblick ein besonderer Naturgenuss.

Foto: Kurt Hassenpflug

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Spitz anwechselnde Sauen möglichst nicht beschießen. Eine auffällige Bewegung des Jägers lässt sie seitlich abdrehen. Dann kann man einen sicheren Schuss anbringen.
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