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Heft 03/2012

So fern und doch so nah: Minox ZA5 4-20 x 50

Wer den Namen Minox hört, denkt an Ferngläser und Kameras. Zielfernrohre gehörten bislang nicht zum Programm. Jetzt steigen die Wetzlarer mit einer ganzen Serie dort ein. Wir haben das Flaggschiff 4-20 x 50 getestet – ein echter Vergrößerungshammer! Minox ZA5 4-20 x 50

Von Norbert Klups

 

Minox ZA5 4-20 x 50 (Foto: Norbert Klups)
Minox ZA5 4-20 x 50 (Foto: Norbert Klups)

Angeboten werden 4 Modelle mit den Kenndaten 3-9 x 40, 2-10 x 40, 3-15 x 42 und 4-20 x 50. Alle Optiken sind mit 2 verschiedenen Absehen, entweder Plex oder BDC, zu haben. Während das 3-9 x 40 als Einsteigermodell mit Dreifachzoom angeboten wird (399 Euro), bietet Minox bei den anderen Zielfernrohren einen 5-fachen Vergrößerungsfaktor.

Alle Gläser haben ein Mittelrohrdurchmesser von einem Zoll. Leuchtabsehen sind nicht zu haben, und auch eine Schiene ist nicht vorgesehen. Das interessanteste Glas für den europäischen Markt ist eindeutig das ZA 5 4-20 x 50. Es wird für 799 Euro angeboten.
 
Der Vergrößerungsbereich von 4-20-fach reicht für große Distanzen, erlaubt aber auch einen guten Überblick, wenn die Schussdis tanz gering ist. Bei 4-facher Vergrößerung hat das Minox ein Sehfeld von 8,6 Metern. Bei der Labormessung ergaben sich zwar nur 7,52 Meter, aber das reicht für die meisten jagdlichen Zwecke völlig aus. Zur Drückjagd wird so eine Optik schließlich kaum jemand einsetzen.
 
Der 50 Millimeter große Objektivdurchmesser erlaubt auch den Einsatz in der Dämmerung. Der vor dem Okular liegende, gummierte Verstellring für die Vergrößerung lief beim Testglas weich und deckt den gesamten Bereich über eine halbe Umdrehung ab. Ein kräftiger Gumminocken erleichtert das Drehen. Die Dioptrienverstellung ist als Schnellverstellung am Okularende platziert und hat einen gepolsterten Gummirand. Es können jedoch nur 2 Dioptrien zum Minusbereich und 1,5 zum Plusbereich korrigiert werden – etwas wenig. Der Augenabstand beträgt beruhigende 100 Millimeter. Bei rückstoßstarken Weitschusskalibern ist ein großer Augenabstand immer vorteilhaft.
 
Das Minox hat außenliegende Schnellverstelltürme. Klar beschriftete hohe Targettürme verfügen über Abdeckkappen, die besonders bei der Jagd geschätzt werden, da sie eine ungewollte Verstellung verhindern. Die Klickrastung des Absehens arbeitet sehr fein und verstellt die Treffpunktlage auf 100 Meter um 1/8 MOA, also 3,6 mm. Damit lässt sich das Glas sehr genau justieren. Eine so feine Absehenverstellung ist nicht oft zu finden. Bei einem hoch vergrößernden Zielfernrohr ist ein Parallaxeausgleich heute ein absolutes Muss. Minox folgt dem allgemeinen Trend und platziert ihn links am Mittelrohr als zweiten Turm. Die Parallaxeverstellung ist von 50 Meter bis unendlich möglich.

 

Plex-Absehen

 

Minox wird wahlweise mit einem feinen Plex-Absehen oder dem BDC-Absehen (Bullet Drop Compensator) geliefert.
Minox wird wahlweise mit einem feinen Plex-Absehen oder dem BDC-Absehen (Bullet Drop Compensator) geliefert. (Für eine vergrößerte Ansicht bitte anklicken!)

Das Minox wird wahlweise mit einem feinen Plex-Absehen oder dem BDC-Absehen (Bullet Drop Compensator) geliefert, das die Berechnung des Geschossabfalles erleichtert.
 
Das ist beim Minox allerdings nicht unproblematisch, denn das Absehen liegt in der 2. Bildebene, vergrößert sich also beim Hochzoomen nicht mit. Das ist sinnvoll, wenn auf weite Distanzen und kleine Ziele geschossen wird. Ein zu dickes Absehen würde das Ziel sonst verdecken.
 
Das Schätzen der Entfernung über das Absehen bei einer Zieloptik, deren Absehen in der 2. Bildebene liegt, funktioniert aber nur bei einer Vergrößerung, denn die Deckungsmaße und die Balkenabstände ändern sich beim Vergrößerungswechsel. Hier ist die Chance der Fehlbedienung recht groß. Ein kleiner Laserentfernungsmesser ist die bessere Lösung.
 
Testwaffe
 
Das Testglas wurde mit einer Leupold Quick Release-Montage auf eine leichte Allwetter-Pirschbüchse von Savage im Kaliber .308 Winchester montiert. Das Glas ist mit einer Baulänge von nur 345 Millimetern sehr kompakt und bringt nur 540 Gramm auf die Waage. Das ist extrem leicht und prädestiniert dieses Glas zur Montage auf eine leichte Büchse für die Bergjagd. Beim Einschießen lässt sich die 10 der Anschussscheibe auf 100 Meter mit dem feinen Plex-Absehen vierteilen.

 

Labormessungen

 

Um genaue Werte zu erhalten, wurde das Testglas im optischen Labor gemessen. Mit einer Tagtransmission von 85,6 Prozent und einer Nachttransmission von 83,3 Prozent erzielte das Testglas zwar keine Spitzenwerte, doch bewegt es sich im Mittelfeld und ist auch jagdlich gut einsetzbar. Abstriche muss man beim Kontrast machen, bei dem die europäischen Top-Marken deutlich besser sind. Das gilt auch für die Randschärfe und die Farbechtheit. Alles Werte, die in dieser Preisklasse aber durchaus normal sind. Negativ aufgefallen ist aber der hohe Falschlichtanteil bei hoher Vergrößerung.
 
Das Glas ist wasser- und staubdicht und gegen Innenbeschlag mit Argon gefüllt. Das Testglas erwies sich nach 3 Stunden unter Wasser in 50 Zentimeter Tiefe als wasserdicht, und auch einige Stunden bei –18 Grad in der Tiefkühltruhe waren kein Problem. Innenbeschlag stellte sich nach dem Auftauen auf Raumtemperatur nicht ein.
 
Auf dem 300-Meter-Schießstand zeigte das Minox ein scharfes Bild, und die Parallaxeverstellung ermöglichte es, die Schärfe der Optik sehr präzise zu justieren. Die Rückkehrgenauigkeit des Absehens ist gut, wie der mehrmalige Wechsel vom 100- zum 300-Meter-Stand zeigte, bei dem die Waffe stets über die Absehenschnellverstellung auf Fleckschuss eingerichtet wurde.

 

Resümee

 

Das neue Minox hat einige kleine Schwächen und ist optisch auch nicht in der Spitzengruppe anzusiedeln, aber dabei darf der Preis nicht vergessen werden. Für 799 Euro ist es eine gute Zieloptik, die eine Menge bietet und alles hat, was für den präzisen Schuss auf größere Entfernungen gebraucht wird.

Wer bei der Zieloptik nicht unbedingt in den High-End-Bereich gehen will, ist mit dem neuen 5-fach-Zoom von Minox gut bedient. Das Preis-/Leistungsverhältnis ist ausgezeichnet. Der Jäger, der ein hochvergrößerndes Zielfernrohr für Raubwild- oder Bergjagd sucht, kann getrost zugreifen. Ein vergleichbares Glas ist in dieser Preisklasse mit 540 Gramm nicht so leicht zu finden. Mitgeliefert wird eine einteilige Neopren-Schutzhülle.

 



 

Der Parallaxeausgleich am linken Verstellturm ist für Zielfernrohre mit bis zu 20-facher Vergrößerung unabdingbar. (Foto: Norbert Klups)
Der Parallaxeausgleich am linken Verstellturm ist für Zielfernrohre mit bis zu 20-facher Vergrößerung unabdingbar. (Foto: Norbert Klups)

Technische Daten Modell Minox ZA5 4-20 x 50 SF Plex

Rohrkörper: einteiliges Hauptrohr aus Aluminium
Vergrößerung: 4 – 20-fach
Objektivdurchmesser: 50 mm
Objektivdurchmesser außen: 60 mm
Absehen: Plex oder BDC
Absehenebene: 2. Bildebene
Absehenverstellung: 1/8 Moa pro Click
Sehfeld: 100 m 7,52 – 1,52 m
Austrittspupille: 10,5 – 2,25 mm
Augenabstand: 100 mm
Mittelrohrdurchmesser: 25,4 mm
Baulänge: 345 mm
Gewicht: 540 g
Preis: 799 Euro
 
 

Vor- und Nachteile

Vorteile
+ 5-fach Zoom
+ Parallaxeverstellung am Mittelrohr
+ außenliegende Schnellverstelltürme
+ sehr feine Verstellung des Absehens
+ sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis
+ leicht und kompakt
Nachteil
- großer Falschlichtanteil bei hoher Vergrößerung
 
 
 
 
 

 



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