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DJZ 6/2006 Fragen und Antworten zum Thema: Wald und Schalenwild (DJZ 6/2006, S. 16)
Von einigen Forstleuten wird die Forderung erhoben, Schalenwildbestände so einzuregulieren, dass alle natürlich vorkommenden Baumarten ohne Schutzmaßnahmen zu erziehen sind. Dazu haben wir Fragen gestellt, die im Nachstehenden einschließlich der Antworten wiedergegeben sind.
Peter Brade
Angeschrieben hatten wir 28 jagd-, forst- und naturschutzbezogene Verbände und Institutionen. Davon haben 13 geantwortet. Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) hat im Interesse eines differenzierten Meinungsbildes den Fragebogen an seine Unterorganisationen weitergeleitet. Dadurch hat sich die Zahl der Antworten auf 24 erhöht. Von den 11 Antworten der Mitglieder des DFWR haben waren vier unbrauchbar. Ausgewertet wurden 17 Fragebogen (vier davon einschließlich umfänglicher Erläuterungen) und zusätzlich drei frei formulierte Antworten, zusammen 20 Antworten. Hinweis: Hinter den einzelnen (Teil)Fragen ist die Zahl der jeweiligen Antworten wiedergegeben. In Einzelfällen wurde beim Ausfüllen nur ein Teil der Fragen beantwortet; so hat etwa das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz geäußert, die vorgegebenen Antworten zu Frage 7 passten nicht. Frage 1 Halten Sie das Motto „Wald vor Wild“ bei ökologischer Gesamtbetrachtung für - absolut richtig 3 - tendenziell richtig 6 - falsch? 7 Frage 2 Welche Folgen erwarten Sie vom naturnahen Waldbau im Vergleich mit dem herkömmlichen a) für das Äsungsangebot des Schalenwildes. Wird es - gleich bleiben 1 - sich verschlechtern 6 - sich verbessern? 10 b) für sonstige Lebensbedingungen des Schalenwildes, etwa Störungen durch den Menschen. Werden sie - gleich bleiben 2 - sich verschlechtern 3 - sich verbessern? 11 c) für die Waldwildschäden. Werden sie - gleich bleiben 1 - zunehmen 1 - abnehmen? 13 Frage 3 Ist die Forderung in Jagdbezirken mit naturnahem Waldbau nach Ihrer Meinung - genau so 2 - schlechter 5 - leichter 9 erfüllbar als in Jagdbezirken mit herkömmlichem Waldbau?
Frage 4 Meinen Sie, dass nach Erfüllung der Forderung eine planmäßige Bejagung (als Gegensatz einer Bejagung von Fall zu Fall) von a) Hochwild (außer Schwarzwild) - möglich ist wie bisher 8 - erschwert wird 7 - nicht mehr möglich ist? 1 b) Rehwild - möglich ist wie bisher 7 - erschwert wird 7 - nicht mehr möglich ist? 1 Frage 5 Nach Erfüllung der Forderung würden einerseits Wildschäden und die Aufwendungen für Schutzmaßnahmen dagegen entfallen. Andererseits dürften Wildschadenspauschalen, Kostenübernahme für Verhütungsmaßnahmen oder Wildschadensersatz durch den Ersatzpflichtigen gegenstandslos werden. Dies vorausgesetzt: Beeinflusst die Erfüllung der Forderung Ihrer Meinung nach den Jagdpachtwert bzw. Jagdpachtpreis a) von Waldrevieren(Waldanteil über 50%) - positiv 2 - negativ 7 - weder noch 7 b) von Wald/Feldrevieren (Waldanteil bis 50%) - positiv 2 - negativ 4 - weder noch 10 Frage 6 Waldfreundlich jagende Revierinhaber müssen nicht selten für hohe Wildschäden in ihrem Jagdbezirk aufkommen, die vor allem Folge der Überhege beispielsweise in einem angrenzenden selbst genutzten privaten Eigenjagdbezirk sind. Dessen Eigentümer kann man kaum zwingen, sein Verhalten zu ändern, selbst wenn die Forderung Gesetz wird. Sind Sie der Meinung, dass „Unschuldige“ durch die Auswirkungen der Forderung ungerechter behandelt werden, als bisher? ja 5 nein 11 Frage 7 (Hier waren Mehrfachnennungen zugelassen) Halten Sie die Forderung (für Jagdbezirke mit Waldanteil) in a) allen Jagdbezirken für - geboten 7 - praxisgerecht 4 - kontrollierbar 8 - überzogen? 5 b) Jagdbezirken im Hochgebirge für - geboten 8 - praxisgerecht 4 - kontrollierbar 7 - überzogen? 3 c) Jagdbezirken außerhalb des Hochgebirges mit Hochwild (außer Schwarzwild) für - geboten 6 - praxisgerecht 4 - kontrollierbar 7 - überzogen? 4 d) Jagdbezirken außerhalb des Hochgebirges mit Rehwild für - geboten 5 - praxisgerecht 3 - kontrollierbar 7 - überzogen? 6 Liste der Institutionen und Verbände, deren Antworten ausgewertet wurden: 1. Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz 2. Deutscher Jagdschutzverband 3. Deutscher Forstverein e. V. 4. Arbeitskreis Wildbiologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen 5. Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten des Landes NRW 6. Bundesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer 7. Deutscher Jagdrechtstag 8. Naturschutzbund Deutschland 9. Vauna e. V. 10. Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt, Arbeitsbereich Wildökologie, Ba-Wü 11. Deutsche Delegation des CIC 12. Deutsche Wildtierstiftung 13. Ökologischer Jagdverband Sowie auf Veranlassung des Deutschen Forstwirtschaftsrates: die Obersten Jagdbehörden der Länder 14. Hamburg 15. Nordrhein-Westfalen 16. Schleswig-Holstein 17. Thüringen 18. Schutzgemeinschaft Deutscher Wald 19. Arbeitsgemeinschaft Naturgemäßer Waldbau 20. IG Bau
Peter Brade
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