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DJZ-Hegeblock: Unser Muffelwild II

Hans-Joachim Duderstaedt informiert über Hege, Bejagung und Schusshärte des Muffelwildes im DJZ-Lehrrevier.

Von Hans-Joachim Duderstaedt

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In der Ausgabe 11/2003 berichtete Hans-Joachim Duderstaedt über die Entstehung und Entwicklung des Muffelwild-Bestandes im DJZ-Revier und den benachbarten Revieren: Unser Muffelwild I
Das gegenüber anderen Schalenwild-Arten besonders standorttreue Verhalten des Muffelwildes hat Hege-Maßnahmen erleichtert und erleichtert sie auch heute noch. Über 40 Jahre lang waren die Reviere Oberweseler Hochwald und Damscheid (Hunsrück) der Kern dieses Vorkommens. In den Nachbarrevieren tauchte Muffelwild nur sporadisch als Wechselwild auf und wurde dort aufgrund des seltenen Anblickes meistens erlegt. Bis 1997 lag der Abschuss an Muffelwild außerhalb der genannten zwei Kernreviere bei nicht mehr als zwei bis vier Stück pro Jahr. Meist kamen männliche Stücke zur Strecke, die ja auch eher zum "Zigeunern" neigen.

Ausgehend von einer Gesamt-Stückzahl von 80 Stück (Frühjahr), einem Geschlechter-Verhältnis von nahezu 1:1 und einem Zielalter von mindestens sechs Jahren, waren nach unseren Berechnungen höchstens vier Widder der Ernteklasse nachhaltig pro Jahr zu erlegen. Die Widder entsprachen selbstverständlich nicht immer dem Idealbild einer Muffelschnecke, aber sie hatten das Zielalter mindestens erreicht. Da außer den Wildschafen noch drei andere Schalenwild-Arten bei uns vorkommen, war und ist es notwendig, genau zu planen, um hegerische Ziele zu verwirklichen und Wildschäden möglichst gering zu halten. Ziel ist also ein Vorkommen, das zahlenmäßig begrenzt ist, qualitativ aber eine möglichst hohe Zahl an reifen Stücken aufweist.

Bereits in der November-Ausgabe habe ich ausgeführt, dass ich mir ziemlich sicher bin, dass der Bestand zurzeit eher überschätzt wird, und ich eher von 60 Stück einschließlich Zuwachs ausgehe als von den besagten 80 Stück ohne Zuwachs. Das Geschlechter-Verhältnis ist allerdings gut und (noch) weist der Bestand eine hohe Anzahl von drei- bis fünfjährigen Widdern auf. Die Ursache für diesen eher niedrigeren Bestand sehe ich in den gewollt hohen Abschusszahlen der Jahre 1999 bis 2002, auch mit höheren Abschusszahlen außerhalb der beiden Kernreviere.

Die von mir geschätzte Zahl entspreche einer Wilddichte von zwei Stück Muffelwild, bezogen auf die gesamte Vorkommensfläche. Grundsätzlich schaue ich optimistisch in die Zukunft, da alle Reviere, in denen die Wildschafe vorkommen, engen Kontakt halten, sodass wir auf Fehleinschätzungen und Bestandsschwankungen entsprechend reagieren können. Wir können damit rechnen, dass auch zukünftig wieder Widder in der Spitzenklasse um 220 Punkte erbeutet werden.

Schwierige Bejagung

Die gezielte Bejagung eines bestimmten Widders ist sehr schwer und wird nach meiner Beobachtung nur noch von der Bejagung eines reifen Keilers übertroffen. Das liegt daran, dass Widder (wie Keiler) nicht wie Rehbock oder Hirsch relativ sicher zu bestätigen sind. Es gibt zwar in jedem Revier besonders beliebte Einstände und Äsungsplätze, auf denen sich die Wildschafe bevorzugt aufhalten, aber trotzdem sind sie bei der Einstands- und Äsungsflächenwahl doch recht unstet. So kann sich ein alter Widder jederzeit sozusagen für Wochen und Monate "unsichtbar" machen.

Ich kenne die "Erlegungsgeschichten" von über 30 stärkeren Widdern, die im DJZ-Revier und den benachbarten Revieren zur Strecke gekommen sind. Danach liegen die erfolgreichen Bejagungsschwerpunkte Anfang August, zur Brunftzeit und im Monatswechsel Dezember/Januar. Im August und im Dezember/Januar stehen die Widder gern zusammen und bevorzugen in dieser Zeit bestimmte Äsungsplätze. Häufig kann man dann ansagen, wann sie austreten. Das hört sich relativ leicht an. Leider sind diese Widder meist mittelalt und jung. Die wirklich reifen meiden die Anwesenheit der "Halbstarken" und wechseln ständig ihren Standort.

Als Jagdart empfehle ich im Normalfall den Ansitz. Pirschen oder gar einen bestimmten Widder pirschend suchen, wird kaum gelingen, einmal abgesehen davon, dass wir in unseren kleinen bis mittelgroßen Revieren bei dieser Art zu jagen enorm stören. Hat man das Muffelwild ein paar Mal vertreten, werden die Fluchtdistanzen immer größer.

Muffelwild äugt nach meiner Beobachtung von allen einheimischen Schalenwildarten am besten. Wittern und Vernehmen sind dagegen vergleichsweise schlecht ausgebildet, wobei das Wittern schlechter ist als das Vernehmen.

Hat man ein Rudel oder einen Trupp Widder auf größere Entfernung ausgemacht, mag es natürlich gelingen, die Stücke im kupierten oder hügeligen Gelände anzupirschen. Im gebirgigen Gelände pirscht man grundsätzlich von unten nach oben, um Bewegungen am Horizont zu vermeiden, die mit 100-prozentiger Sicherheit von einem der Stücke eräugt werden. Bei der ersten Bewegung flüchtet das Rudel kilometerweit. Widder haben allerdings die Angewohnheit, nach einer kurzen, spontanen Flucht, ähnlich wie Gams, ein "Haberl" zu machen, was schon manchem Widder zum Verhängnis geworden ist. Leider nicht immer. Dazu ein Beispiel aus der diesjährigen Hirsch-Brunft:

Muffeljagd der letzten Jahre

Anfang Oktober 2003 saßen wir vor Tau und Tag zu Zweit auf der „Deponiekanzel“. Unser Interesse galt einem B-Hirsch. Klaus Maierhofer und ich beobachteten, wie schon einige Male in dieser Brunft, dass der vermeintliche Eissprossenzehner mit seinem Kahlwild sehr früh in einen nur äußerst schwer zu bejagenden Graben einwechselte. Bevor wir uns entschlossen, was nun zu tun war, trat vor uns Muffelwild aus, zunächst ein Schaf und dann drei im Wildbret starke schwarze Widder.

Da unser Interesse ja eigentlich einem Hirsch galt, musterten wir die Widder zunächst mit unseren Spektiven. Das Wild bewegte sich flott in Richtung einer 350 Meter entfernten Äsungsfläche. Zwei Widder waren in den Schnecken fast reif, der dritte, ein hoch jagdbarer vom Argalityp mit links verkürzter Schnecke. Nach einigem Hin und Her - der B-Hirsch spukte uns in den Köpfen herum, entschloss sich M. doch, die Gunst der Stunde zu nutzen. Wir behielten das Rudel im Auge, denn es war klar, dass es ziemlich bald wieder zurückwechseln würde.

Als das Rudel plötzlich aufwarf und "Haltung" annahm, ahnte ich nichts Gutes. Das Schaf flüchtete mit einem Lamm, gefolgt von den Widdern auf uns zu, auf 80 Schritt breit an uns vorbei über den immerhin 200 Meter langen Wildacker und verschwand mit gesamtem Anhang in der oberen Waldecke. Während der gesamten Flucht von etwa 600 Metern, lag M. im Anschlag, den starken Widder immer im Zielfernrohr, auf sein Verhoffen wartend. Obwohl ich vom kurzen Pfiff bis zum Sprengruf mit dem Hirschruf alles versuchte, um das Rudel zu stoppen, waren sie nicht zu einem "Haberl" zu bewegen. Ich bin fest davon überzeugt, dass das bei jeder anderen Wildart gelungen wäre. Die Ursache der Störung war, wie so oft beim Muffelwild, auch in diesem Fall nicht nachvollziehbar.

Wenn ich die Bejagung "unserer" Widder in den vergangenen 18 Jahren Revue passieren lasse, so sind nur vier beim ersten Ansitz erlegt worden. Die meisten erforderten intensive Jagd von mindestens einer Woche. Zwei Jäger jagten gar über zwei Jagdjahre mit in der Summe 42 und 48 Ansitzen. Dabei wurde allerdings immer auf einen bestimmten Widder und nicht irgendeinen gejagt. Wenn die Chance da ist, sollte man sie nutzen, auch am ersten Tag! Dazu ein Beispiel:

Ein Jagdgast, der schon auf viele Wildarten weltweit gejagt hatte, wurde auf einen starken Widder eingeladen. Wir verabredeten ein Eintreffen zu Beginn der Muffelbrunft für den Abendansitz. Kaum angereist, drängte ich zur Abfahrt ins Revier, um den beim Rudel stehenden, bestätigten Widder nicht zu verpassen. Wir saßen kaum zehn Minuten auf der "Almkanzel", als links aus einem ausgedehnten Fichtenbaumholz 15 Stück Muffelwild, gefolgt von dem wirklich hochkapitalen Widder, austraten. Ich machte den Gast darauf aufmerksam, dass letzterer mit Abstand der beste im Revier sei und bat ihn, zu schießen, zumal die Schneise zwar 40 Meter breit ist, aber das Wild sicherlich nicht "ewig" hier äsen würde. Außerdem sei ungewiss, ob wir diesen Widder in den verbleibenden vier Jagdtagen noch einmal in Anblick bekommen würden.

Mein Gast machte keine Anstalten nach der Waffe zu greifen. Das Glas an den Augen genoss er den Anblick. Als er endlich das Glas absetzt und meine bittenden, auffordernden Augen sah, flüsterte er so etwas wie: "Wir sind ja erst seit einer halben Stunde im Revier, und ich möchte dieses herrliche Wild, das ich bisher noch nie beobachtet, geschweige denn bejagt habe, erst einmal beobachten. Diese Jagd geht mir zu schnell, lass uns morgen wieder auf diesen Widder jagen."

Ich war nicht nur sprachlos, sondern ahnte auch, was kommen musste. Vier Nebeltage mit Sichtweiten von vielleicht 50 Metern beendeten letztendlich die erfolglose Jagd. Unserem Gast schien das überhaupt nichts auszumachen, und er verlautete bei der Abreise, es in gleicher Situation wieder so zu machen. Ich empfand Respekt und zog innerlich den Hut vor ihm, wohlwissend, dass man in fünf Jagdtagen kaum eine zweite Chance bekommt.

Tipps zur Bejagung

Es gibt nicht sehr viele Regeln zur erfolgreichen Widderbejagung. Eins scheint mir jedoch erwähnenswert: "Wenn abends sehr spät ein Rudel oder auch ein einzelner Widder auf einer Äsungsfläche bestätigt werden kann

Diese Faustregel mache ich mir seit Jahren zunutze, nach dem Motto: "Abends bestätigen, morgens bejagen." Zumindest habe ich mit dieser Jagdmethode die meisten Widder erlegt. Ich scheue mich nicht, "meine" Widderjäger abends zu informieren und sie mit "Engelszungen" in der Nacht zur Anreise zu bewegen, um den Frühansitz zu nutzen. Diese Regel gilt für die gesamte Jagdzeit, also hier bei uns vom 1. August bis zum 15. Januar.

Da viele Jäger an einer schönen Winterdecke oder an einem Schulterpräparat in der Winterdecke interessiert sind, lässt sich dieser Wunsch auch verwirklichen. Ab Anfang Dezember sind Decke und Mähne reif.

Ein Tipp noch zur Bejagung des weiblichen Muffelwildes. Nach der Erlegung eines Lamms kommt das dazu gehörige Schaf in der Regel zum Lamm zurück. Das tut es viel spontaner als wir es von Rot- oder Rehwild kennen. Liegt das Lamm im Feuer, kehrt das Schaf häufig so schnell zurück, wie es geflüchtet ist. Da es Sinn macht, bei schwachen oder spät gelammten Stücken die dazugehörigen Schafe möglichst mit zu erlegen, hilft das bei Hege-Abschüssen.

Enorme Schusshärte

Von den einheimischen Schalenwildarten scheint mir das Muffelwild am schusshärtesten zu sein, besonders die Widder. Von 32 Widdern, auf die ich geführt habe, lagen genau drei Widder mit Kreuzdurchschuss am Anschuss. 22 Widder erhielten Kammerschüsse im Kaliber 6,5x57 (1), 8x75 (1), .30-06 (10), 7x64 (3), 9,3x62 beziehungsweise 74 R (7). Keiner der Widder blieb im Feuer, noch ließ sich ein auffälliges Zeichnen beobachten. Das Wild stürmte los, als sei es gesund, die Fluchtdistanzen, auch bei Kammerschüssen, lagen zwischen 70 und 250 Metern. Durch das dichte, Schweiß saugende Haar oder fehlende Ausschüsse, gab es oft keinen Schweiß am Anschuss, sodass man grundsätzlich nach jedem Schuss mit einem firmen Hund gewissenhaft nachsuchen muss, auch wenn alles für einen Fehlschuss spricht.

Sieben Widder erhielten Weidewundschüsse, die längere Nachsuchen erforderten. Von Laufschüssen oder anderen Treffern sind wir gottlob verschont geblieben.

Wie hart Widder im Nehmen sind

Nach vielen, vielen Ansitzen mit Freund Werner im vorangegangenen Jagdjahr setzten wir mit Anfang der Jagdzeit am 1. August 2003 die Jagd fort. Diesmal war ich optimistisch, denn es gelang mir, einen jagdbaren Widder nach der beschriebenen Taktik am Vorabend im letzten Büchsenlicht zu bestätigen. Unbemerkt pirschten wir am nächsten Morgen, noch im Dunkeln, zur Kanzel vom Vorabend, an den "Luftekopf". Im ersten Büchsenlicht erschienen drei Widder, unter ihnen der gesuchte. Auf rund 70 Gänge beschoss Werner den nicht ganz breit stehenden Widder mit der .30-06. Rasende Flucht rechts an uns vorbei, dann ein Brechen im angrenzenden Fichtenbaumholz und absolute Ruhe. Das schien mir eine normale Todesflucht nach einem Kammerschuss zu sein, zumal Werner ein sehr zuverlässiger Schütze ist. Allerdings hatte der Widder im Schuss angezogen, was Werner mir, der durchs Feuer geschaut hatte, bestätigte. Nach zwei Beruhigungszigaretten fanden wir Schweiß, dickflüssig und leicht grießig - Leberschweiß!

Wir holten unsere Sachen vom Sitz und fuhren frühstücken. Dieses Stück brauchte Ruhe, um krank zu werden. Nach gut drei Stunden nahm mein HS-Rüde Bor die Wundfährte an, und es begann eine Nachsuche, wie sie nicht alle Tage vorkommt!

Bor führte uns, nur ab und zu Schweiß verweisend, in das Baumholz hinein. Nach etwa 800 Metern kreuzten wir eine Schneise, verbrachen den Auswechsel und durchquerten zwei weitere Abteilungen. Der Hund arbeitete bis hierher zügig. Bestätigung durch Schweiß hatten wir seit sicherlich 500 Metern nicht mehr.

Da plötzlich "verhoffte" der Rüde und ich sah 40 Meter vor ihm ein Rudel Muffelwild hochwerden und flüchten. Mitten im Rudel war auch ein Widder schemenhaft zu erkennen. Dass es der Kranke sein könnte, schloss ich nach allen bisherigen Beobachtungen als Schweißhundführer aus. Bor arbeitete über die zahlreichen Lager und verwies. Wir fanden aber keine Pirschzeichen und auch ein Abtupfen mit weißem Papier-Taschentuch ergab keinen Rotschimmer. Ich legte den Hund ab, um nachzudenken und dem Rüden etwas Ruhe zu gönnen.

Werner wich mir nicht von den Fersen, schwieg aber, weil er die Anspannung der Situation spürte. Als Bor dann weiter arbeitete, wurde uns klar, dass der kranke Widder sich inmitten des Rudels gebettet hatte und nun flüchtig war.

Ohne eine weitere Bestätigung durch Schweiß wollte ich den Rüden jedoch nicht schnallen, und so gab ich Bor weiter den Riemen.

Am Ende dieser riesigen "Fichtenwüste" stocherte der Hund im hohen Heidekraut. Wir griffen vor und fanden tatsächlich Schweiß. Ich nahm dem Hund die Halsung ab und dockte den Riemen auf. Zügig arbeitete er allein weiter.

Um 9 Uhr hatte die Suche begonnen. Es war fast 11 Uhr, und wir hatten gut drei Kilometer Riemenarbeit hinter uns. Zweifel plagten mich, ob ich mit meiner "Schweißdiagnose" richtig lag.

Inzwischen war es heiß geworden. Eine halbe Stunde warteten wir vergeblich auf den Laut des Hundes und griffen in Richtung der Hatz vor. Nichts! Nach einer weiteren Stunde gingen wir zum Auto und begannen, systematisch das Revier abzufahren. Meine Tochter Kristin hatten wir zwischenzeitlich an die Stelle gefahren, wo der Schweißhund geschnallt worden war, falls der Rüde hierher zurückkehren sollte.

Werner und ich stiegen alle 500 Meter aus dem Wagen und verhörten. Nichts! Gegen 17 Uhr trafen wir Spaziergänger und fragten nach, ob sie einen großen, roten Hund gesehen haben. Ja, ja, einen solchen Hund hätten sie gesehen und einen Muffelwidder. Der Hund, der Böse, hätte ihn gebissen, und sie wären dem armen Tier zu Hilfe geeilt und hätten den Köter mit Steinen vertrieben. Auf meine Frage, wo und wann das denn gewesen sei, folgte eine Beschreibung, die auf das Hirschbruchgebiet, etwa drei Kilometer von unserem jetzigen Standort entfernt, zutraf. Das Ganze habe sich vor etwa eineinhalb Stunden abgespielt.

So schnell es die Waldwege zuließen, fuhren wir zum Hirschbruch. Doch nichts war zu hören. Unser Optimismus war nur von kurzer Dauer. Wir fuhren weiter Richtung Lauderter Wiese, um zum Xten-Male zu verhören. Und tatsächlich, ein jämmerlich klingendes, heiseres, gelegentliches Lautgeben in sehr langen Abständen. Wir gingen drauf zu und fanden nach 200 Metern Hund und Widder. Beide waren völlig am Ende ihrer Kräfte. Als Bor mich bemerkte, erkannte ich seine "Erleichterung".

Doch nochmals mobilisierte der Widder seine letzten Kräfte, wurde plötzlich hoch und flüchtete entlang eines Gatterzauns, der Rüde wiederum hinterher. Der Fangschuss warf den Widder abrupt nieder, aber eher, weil er sich mit einer Schnecke im Draht verfangen hatte. Ein letzter Fangschuss war nötig und beendete diese im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubende Nachsuche.

Der Widder hatte einen Lebertreffer ohne Ausschuss. Die Hetze ging über mehr als sechs Stunden bei Temperaturen von über 30 Grad Celsius. Sicherlich eine extreme Nachsuche, die aber auch die außergewöhnliche Schusshärte des Muffelwildes bestätigt.
Über die Entstehung und Entwicklung des Muffelwild-Bestandes im DJZ-Revier und den benachbarten Revieren lesen Sie hier: Unser Muffelwild I

Foto: Sven Meyers

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