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DJZ-Hegeblock: Unser Muffelwild I

1957 wurde der Muffelwild-Bestand im und um das heutige DJZ-Lehrrevier begründet. Seit fast 20 Jahren hat Wildmeister Hans-Joachim Duderstaedt dieses Vorkommen beobachtet. Hier sein Bericht, 1.Teil

Von Hans-Joachim Duderstaedt

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Zugegeben, unsere Kritiker haben Recht, wenn sie sagen, das Muffelwild sei keine autochthone, also ursprünglich hier vorkommende Wildart. Aber immerhin ist Muffelwild seit dem 16. Jahrhundert auf dem europäischen Festland nachgewiesen. Gezielte Ansiedlungen haben ab 1900 bis in die sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts stattgefunden. Man kann in Deutschland von etwa 120 Muffelwildpopulationen ausgehen.

Ich meine, wir sollten auch unter forstlichen Aspekten dem Muffelwild eine Daseinsberechtigung zugestehen. Bei vernünftigen Wilddichten halten sich die Wildschäden in erträglichen Grenzen, und wie viele nicht autochthone Tiere und Pflanzen gibt es mittlerweile in Deutschland!?

Seit fast 20 Jahren habe ich die Möglichkeit, das Muffelwildvorkommen im Duz-Revier und den benachbarten Revieren zu beobachten und mit zu bejagen. Es wurde 1957 von dem bekannten Forstmann, Jäger und Schweißhundführer Hubert Walther begründet. Er hatte dabei ein "gutes Händchen", denn die Qualität "unseres" Muffelwildes ist gut und das Wild recht standorttreu, was den Jagdbetrieb erleichtert.

Ursprünglich wurden fünf beschlagene Schafe und zwei Widder in einem Eingewöhnungsgatter gehalten und nach dem Aalammen in die freie Wildbahn gelassen. Interessanterweise ist das ursprüngliche Auswilderungsgebiet auch heute noch nach fast 50 Jahren die Kernzone des Muffelgebietes.

Als ich mich ab August 1984, sozusagen von Dienst wegen mit dieser für mich neuen Wildart beschäftigen "musste", habe ich mich oft mit dem "Muffelvater" unterhalten. Der Frühjahrsbestand betrug damals rund 120 Stück Muffelwild, der sich auf einer Fläche von etwa 1 400 Hektar bewegte. Das Geschlechterverhältnis betrug annähernd 1:1. Das Muffelwild kommt hier neben Rot-, Reh- und Schwarzwild als vierte Schalenwildart vor.

Mit der Betreuung des Oberweseler Hochwaldes und später auch der Reviere Damscheid, Wiebelsheim und Laudert, erarbeiteten wir ein Konzept, das vorsah, mit Rücksicht auf die Belange der Forst- und Landwirtschaft den Frühjahrsbestand bei etwa 80 Stück Muffelwild einzuregulieren. Ob das je erreicht wurde oder ob wir inzwischen unter dieser Bestandsgröße liegen, was ich vermute, weiß keiner so genau.

Die Situation vor knapp 20 Jahren hat sich deutlich verändert. Rotwild und vor allem Schwarzwild haben zugenommen. Der Rehwildbestand wurde aus waldbaulichen Gründen deutlich reduziert. Das wirkte sich offenbar auch auf die Raumnutzung des Muffelwildes aus. Dazu kam eine bewusste Reduzierung des weiblichen Muffelwildes mit einem Gesamtabschuss von bis zu 46 Stücken in einem Spitzenjahr. Damit wurde ein Anwachsen des Muffelwildbestandes verhindert, aber die veränderte Hochwildsituation und die geringere Muffelwilddichte führte dazu, dass das Muffelwild seine enge Standorttreue aufgegeben hat. Es kommt heute in über sieben Revieren auf einer Gesamtfläche von rund 3.000 Hektar vor.

Die Zusammenarbeit und die Absprachen innerhalb der sieben Reviere sind verlässlich, sodass wir optimistisch sind, dass es auch zukünftig wie in der Vergangenheit starke, ja kapitale Widder geben wird.

Im zweiten Teil berichtet Hans-Joachim Duderstädt von der Hege und der Bejagung des Muffelwildes und wie schusshart es ist: Unser Muffelwild II

Foto: Hansgeorg Arndt

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