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Jahresbilanz im DJZ-Revier

Immer wieder werden wir gefragt, wie sich das DJZ-Revier mit den umgebenen Revieren, die zu einem Hegeblock zusammengefasst sind, entwickeln. Hier die Bilanz des auslaufenden Jagdjahres 2002 vom Revierleiter Hans-Joachim Duderstaedt.

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Muffelwild
Das Muffelwild hat sein ursprünglich eng begrenztes Einstandsgebiet vergrößert.

Der DJZ-Hegeblock umfasst einschließlich des DJZ-Revieres von 685 Hektar eine Gesamtfläche von 2.200 Hektar, davon 1.510 Wald. In diesem Hegeblock wurden im vergangenen Jagdjahr 273 Stück Schalenwild erlegt, was einer Strecke von rund 18 Stück Schalenwild pro 100 Hektar Waldfläche entspricht. Eine gewaltige Zahl, die wir hier kurz erläutern wollen.

Unsere Hegearbeit im DJZ-Revier begann vor 20 Jahren. Der Rehwild-Bestand war damals deutlich überhöht und bildete auch ein waldbauliches Problem. Ja sogar Fichten-Reinkulturen mussten gegattert werden. Das Ziel, den Rehwild-Bestand so abzusenken, dass er waldbaulich kein Problem mehr darstellt, ist allerdings seit Jahren erreicht.

Rehwild

Für Hunsrücker Hochlagen haben wir mittlerweile auch ohne Fütterung eine gute Gehörn-Entwicklung. Regelmäßig kommen Rehböcke mit deutlich über 300 Gramm Gehörngewicht zur Strecke.

Im vergangenen Jagdjahr wurden 83 Stück Rehwild, davon 37 männliche und 46 weibliche Stücke erlegt. Wenn auch in Rheinland-Pfalz keine nach Altersklassen gestaffelte Meldung an die Jagdbehörde mehr erforderlich ist, so ist es natürlich trotzdem für uns interessant, eine Altersklassen-Einteilung vorzunehmen.

Erlegt wurden 27 Böcke der Klasse I (zwei Jahre und älter), vier Rehböcke der Klasse II (Jährlinge) und sechs männliche Stücke der Klasse III (Kitze). Beim weiblichen Wild kamen 14 Ricken, zehn Schmalrehe und 26 Rickenkitze zur Strecke.

Auffällig - und ich werde zu diesem Punkt oft angesprochen - ist der geringe Anteil an erlegten Jährlingen zu den mehrjährigen Böcken. Zum einen beschränken wir uns im Großen und Ganzen auf sehr schwache Jährlinge, da wir meinen, dass man die „Qualität“ (ich sage bewusst nicht „Veranlagung“) bei älteren Böcken besser beurteilen kann. Zum anderen greifen wir relativ stark in der Kitzklasse ein; dazu kommt nach unserer Einschätzung ein recht hoher Abgang durch Füchse und Sauen bei den Kitzen.

Bezogen auf die Waldfläche erlegen wir 5,5 Stück Rehwild pro 100 Hektar. Während das weibliche Wild in der Vergangenheit stärker auf der Einzeljagd bejagt wurde, verschiebt sich das immer mehr in Richtung Bewegungsjagd. Das heißt, es kommt immer mehr weibliches Rehwild bei den großen Bewegungsjagden zur Strecke. Das hat nichts mit „Jagdfaulheit“ zu tun, sondern damit, dass der naturnahe Wald die Einzeljagd zunehmend erschwert. Benötigt man nämlich fünf oder gar zehn und mehr Ansitze für die Erlegung eines weiblichen Rehs, steht der verursachte Jagddruck, insbesondere für das Rotwild, in keiner Relation mehr zum jagdlichen und waldbaulichen Nutzen.

Bezogen auf den hier gültigen Dreijahresabschussplan liegen wir mit den erlegten 83 Stück Rehwild in einem guten Jahresdurchschnitt. Mittelfristig wird sich der Rehwild-Abschuss auf etwa fünf Stück Rehwild pro 100 Hektar Wald einpendeln.

Rotwild

Selbst in einem Hegeblock unserer Größe, der ja immerhin größer ist als die meisten Reviere in Deutschland, ist es schwer, bei einer großräumig lebenden Wildart wie dem Rotwild zu tatsächlichen Bestandszahlen zu kommen. Hier erreichen wir nur realistische Zahlen, die immerhin die Basis für den Jagdbetrieb bilden, wenn übergeordnet in der Hegegemeinschaft zusammengearbeitet wird.

Alle Bestandsschätzungen basieren auf ganzjährigen Beobachtungen aller kundigen Rotwildjäger sowie der möglichst objektiven Beobachtung des Waldzustandes.

In unserem Hegeblock wurden im vergangenen Jagdjahr 24 Stück erlegt, davon zwei Alttiere und zwölf Kälber. Die Abschussplan-Erfüllung beträgt damit 82 Prozent. Bei den sechs gestreckten Hirschen der Klasse III und vier der Klasse IIb liegt die Abschuss-Erfüllung bei 75 Prozent. Damit wurden - wiederum auf die vorhandene Waldfläche umgelegt - 1,58 Stück Rotwild pro 100 Hektar Wald erlegt. Bei einem geschätzten Sommerbestand von vier bis fünf Stück ist dies ein akzeptabler Wert.

Zukünftig wird sich der jährliche Rotwild-Abschuss im Hegeblock auf 25 bis 30 Stück einpendeln. Der Bestand soll nicht anwachsen, sondern auf der derzeitigen Höhe gehalten werden.

Erfreulich ist die positive Entwicklung der mittelalten Hirsche im Alter von fünf bis neun Jahren. Ebenso erfreulich ist das ausgewogene Geschlechterverhältnis. Ich meine sogar, dass wir derzeit einen leichten Überhang an Hirschen im Hegegebiet beobachten können, was sich sehr positiv mit einer sehr lebhaften Brunft ausgewirkt hat.

Mit der qualitativen Entwicklung des Rotwild-Bestands sind wir zufrieden. Hirsche der Mittelklasse, in der Brunft erlegt, mit Gewichten von 150 bis 180 Kilogramm aufgebrochen, zeugen von einer positiven Entwicklung.

Auch die Trophäen-Stärke hat sich in den vergangenen Jahren verbessert. Erfahrene Rotwildjäger, die den Rotwild-Bestand aus früheren Zeiten kennen, neigen dazu, die Hirsche aufgrund ihrer stärkeren körperlichen Entwicklung ein bis zwei Jahre älter zu schätzen, als sie tatsächlich sind.

Im Hegeblock wurden von den 14 erlegten weiblichen Stücken und Kälbern elf bei den Bewegungsjagden geschossen. Ebenso vier der sechs Hirsche in der Klasse III. In einem Fall wurde bei diesen Jagden ein Hirsch gestreckt, der nicht frei war. Bei den IIIer Hirschen handelt es sich durchweg um Sechser oder ungerade Achter vom zweiten beziehungsweise dritten Kopf.

Ein besonders interessanter Hirsch zeigt rechts eine Augsprossen-Gabelstange, links einen doppelt faustgroßen, bizarren Knubbel – ein Hirsch, nach dem sich jeder passionierte Rotwildjäger „die Finger leckt“. In der Klasse IIb wurden erlegt: zwei mittelalte Achter, ein ungerader Zwölfer und ein ungerader Eissprossenzwölfer. Die Entwicklung der vergangenen Jahre lässt uns positiv in die Zukunft blicken. Die hohe Zahl an guten, mittelalten Hirschen lässt uns hoffen, dass genügend Hirsche in die Altersklasse hinein wachsen werden.

Muffelwild

Die bisher durchweg positive Entwicklung des Muffelbestands im Hegeblock hat sich in diesem Jahr leider nicht fortgesetzt. Während wir in den vergangenen Jahren zwischen 20 und 30 Stück Muffelwild erlegt haben, ja aus waldbaulichen Gründen erlegen mussten, kamen im vergangenen Jagdjahr nur elf Stück Muffelwild zur Strecke.

Dieser vergleichsweise geringe Abschuss hat nichts damit zu tun, dass wir in den vergangenen Jahren „des Guten zuviel getan hätten“. Nein, das Muffelwild hat seinen Lebensraum, den es über 35 Jahre lang streng territorial gehalten hat, ausgedehnt. Abschuss-Meldungen aus Revieren, die nie Muffelwild hatten, beweisen das. Zurzeit wissen wir nicht, woran es liegt, dass das Muffelwild seinen bisherigen Lebensraum vergrößert hat.

Die Bestandshöhe betrug in den 70er Jahren rund 100 Stück. Heute würde ich den Bestand auf höchstens 70 bis 80 Stück bei einem ausgeglichenen Geschlechterverhältnis schätzen. Besonders zwei Nachbarreviere außerhalb unseres Hegeblocks haben seit zwei Jahren Muffelwild als Standwild. Mit den Pächtern stehe ich in ständigem Dialog, und es ist besonders erfreulich, dass sich sowohl beim Muffelwild als auch beim Rotwild eine enge, zielgerichtete Zusammenarbeit gebildet hat.

Im Einzelnen kamen zwei Widder, ein Widderlamm, ein Schaf, ein Schmalschaf und sechs Schaflämmer zur Strecke. Das Muffelwild wurde bis auf zwei Ausnahmen beim Ansitz erlegt. Jäger, die regelmäßig Muffelwild bejagen, wissen, wie schwer es ist, gerudeltes Muffelwild auf Bewegungsjagden sauber zu bejagen. Bedingt durch die Ausdehnung des Einstandsgebietes wurde der festgesetzte Abschuss nur zu 65 Prozent erfüllt.

Schwarzwild

Mit 155 Sauen wurde die sehr hohe Strecke des vorangegangenen Jagdjahrs um acht Stück übertroffen. Obwohl wir durch gezielten Eingriff bei jungen Bachen im vergangenen Jagdjahr eher mit einer deutlichen Reduktion beim Schwarzwild gerechnet hatten, straft die neuerliche Strecke uns Lügen.

Auch im auslaufenden Jagdjahr wurde die Freigabe aufgrund der im Nachbarkreis bestätigten Schweinepest bewusst großzügig gehandhabt. Zu schonen waren im Wesentlichen nur Leitbachen, was außer in einem Fall (92 Kilogramm) eingehalten wurde.

24 „Wildschadens-Sauen“ (durchweg Frischlinge) wurden im Feld erlegt. Alle anderen kamen bei drei groß angelegten Bewegungsjagden zur Strecke. Da bei den ersten beiden Bewegungsjagden der Anteil an Überläufern (18) und Bachen (13, zwei- und dreijährig) gewollt hoch war, wurden bei der letzten Bewegungsjagd restriktivere Vorgaben gemacht. Bei entsprechender „Erziehung“ der Gäste klappt das auch durchweg, wie das Beispiel der letzten Jagd zeigt: Von 49 Sauen lagen 42 Frischlinge, vier Überläufer, zwei Bachen sowie ein Hauptschwein auf der Strecke.

Die Strecke des Jagdjahres 2002/2003 im Einzelnen:

102 Frischlinge, 14 Überläuferkeiler, 18 Überläuferbachen, 15 Bachen (zwei bis drei Jahre), sechs Keiler, davon zwei Hauptschweine. Die reifen Keiler waren mit 89 und 107 Kilogramm aufgebrochen zwar keine „Riesen“ hatten aber breite, mit acht Jahren ausgereifte Gewehre.

Mit 273 Stück Schalenwild (also wie gesagt, 18 Stück pro 100 Hektar Wald) konnten wir die Strecke gegenüber dem Vorjahr leicht steigern.

Foto: Stefan Meyers u. Bernd Kamphuis

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Fast die gesamte Sauenstrecke sowie ein Großteil des weiblichen Wildes wurde auf großräumigen Bewegungsjagden erbeutet.
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